Analdrüsen bei Katzen

Viele Katzenbesitzer erfahren von der Existenz der Analdrüsen erst, wenn sie dem eigenen Tier Probleme machen. Durch eine regelmäßige Kontrolle kann manch schlimme Entzündung vermieden werden.

Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de

Die Analdrüsen sind zwei Duftdrüsen am After. Sie liegen dicht unter der Haut nahe der Afterrosette und produzieren ein widerlich riechendes Sekret (Flüssigkeit, die Drüsen absondern). Ihre Ausführungsgänge münden in die Schleimhaut des Darmausganges. Setzt die Katze Kot ab, werden die Drüsen durch den Druck des festen Darminhaltes ausgepresst und damit entleert. Über den Sinn dieses stinkenden „Parfüms“ streiten sich die Gelehrten. Wahrscheinlich dient es aber der individuellen Markierung des eigenen Kotes. Zu der seltenen Verstopfung der Drüsen oder ihrer Ausführungsgänge kommt es, wenn der Kot z. B. bei einem Durchfall nicht fest genug ist, um die Drüsen zu entleeren, oder wenn der Kotabsatz zu selten erfolgt, z.B. bei einer Verstopfung. Auch Entzündungen der Darmschleimhaut z. B. durch Würmer können die Ausführungsgänge verschließen. Einige Katzen haben auch eine erbliche Veranlagung zu verstopften Analdrüsen. Bei ihnen ist das Sekret zu dickflüssig oder zu trocken, um problemlos ausgedrückt zu werden.

Die Verstopfung kann zur Entzündung werden

Bei einer Verstopfung der Analdrüsen sammelt sich das Sekret in den Drüsen an und reizt das Drüsengewebe. Häufig wandern auch Krankheitskeime in die Drüsen und vermehren sich dort und verursachen schwere Entzündungen der kleinen Stinkbomben. Besonders beim Kotabsatz bereiten sie dem Tier große Schmerzen. Sind die Drüsen entzündet, kann nur der Tierarzt dem der Katze Erleichterung verschaffen. Je nach Schwere der Entzündung muss er die Drüsen mehrmals spülen und das Tier gegebenenfalls mit Antibiotika und Schmerzmitteln versorgen. Das Spülen der Analdrüsen ist häufig eine schmerzhafte Prozedur. Beim Hund kann der Besitzer dem Schlimmsten vorbeugen, indem Die Analdrüsen regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert werden. (Barbara Welsch, Tierärztin)