Das darf die Katze nicht fressen

In der Regel sind Katzen ziemlich vorsichtig und prüfen recht penibel alles, bevor es verspeißt wird. Daher stopfen sie selten Unbekömmliches in sich hinein – aber manchmal trügt der Schein, und manchmal kann schon Probieren zu viel sein...

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In erster Linie gefährdet sind Jungtiere, weil sie ja erst am Anfang eines unendlichen Lernprozesses stehen. Zwar sind bei ihnen die Gefahrenquellen eher weniger im essbaren Beeich angesiedelt, aber nicht zu Unrecht heißt es bei Katzen generell „Sag niemals nie“. Denn ob im Überschwang der Spielgefühle oder aus reiner Neugier: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, weil es so allerlei gibt, das Katzen jeden Alters nicht zuträglich ist oder ihnen sogar zum Verhängnis werden kann. Dazu gehören vor allem Zimmerpflanzen.

Gefährliches Grün

Vieles, das unser Auge erfreut, hat bei Katzen einen Unterhaltungswert der anderen Art und kann zudem das leibliche Wohlbefinden bis hin zu lebensgefährlichen Vergiftungen bedrohen. Hier zwei umfangreiche Datenbanken, in denen Sie sich schlau machen können:

Übrigens: Auf den Hinweis „vermutlich ungiftig“ sollten Sie sich nicht verlassen. Auf die unter der Rubrik „Allgemeinzustand/Verhaltensweisen“ gelisteten möglichen Symptome einer Vergiftung dürfen Sie aber schon vertrauen – oder Sie suchen umgehend den Tierarzt auf. Duschen Sie auch als unbedenklich eingestufte Pflanzen zu Hause ausgiebig mit warmem Wasser ab, weil – auch in Gärtnereien/Blumenhandlungen – oft routinemäßig giftige Substanzen gesprüht werden, um Schädlingsbefall vorzubeugen. Das gilt genauso für Katzengras oder als solches angebotenes Gras (Zyperngras etc.). Auch viele Schnittblumen sind entweder giftig oder wurden pestizidbehandelt;. Gefahr im Verzug ist schließlich auch bei Blumenwasser gegeben.

Tierisch geteilt

Lebt die Katze mit einem Hund zusammen, kann es vorkommen, dass beide mal die Näpfe tauschen. Das ist kein Problem, wenn es nur hin und wieder geschieht. Passiert das aber regelmäßig oder wird über längere Zeit, werden zwar sowohl Hund als auch Katze nicht gleich tot umfallen, aber Bello wird aufgrund seines wesentlich geringeren Proteinbedarfs zu dick, während die Katze unter erheblichen Mangelerscheinungen leidet und Sie das Gesparte (Hundefutter ist in der Regel deutlich billiger) dem Tierarzt spenden dürfen.

Nichts auf dem Speiseplan einer Katze verloren haben

  • gesalzene oder stark gewürzte Speisen oder Essensreste. Eine Katze ist kein Müllschlucker;
  • Geräuchertes;
  • konservierte Lebensmittel oder Fischmarinaden, die Benzoesäure enthalten;
  • rohes Schweinefleisch, weil die Gefahr einer (oft tödlich verlaufenden) Infektion mit dem Aujezky-Virus nicht ausgeschlossen werden kann;
  • roher Fisch, rohes Geflügel maximal vorgefrostet (Salmonellen, Folgeschäden möglich) und unbedingt (!) ohne Gräten bzw. ohne Knochen
  • Knochen. Abnagen interessiert Katzen wenig bis gar nicht. Spenden Sie etwas vom Geflügel oder Kotelett etc., dürfen keinesfalls Splitter oder Teile darin enthalten sein, die splittern könnten, denn alles Spitze kann den Gaumen verletzen, im Hals stecken bleiben oder die Darmwand perforieren;
  • Hülsenfrüchte, Kohl etc. sind unverdaulich und verursachen außerdem Blähungen;
  • Zwiebelgewächse wie Speisezwiebeln, Lauch oder Schnittlauch enthalten giftige Substanzen. Sie schmecken einer Katze in der Regel zwar sowieso nicht, aber Schnittlauch wird z. B. „in der Not“ (mangels Katzengras) beknabbert. Das ist nicht gut!
  • Süßigkeiten oder Süßspeisen (Zähne, Verdauung) bzw. alles, worin Alkohol enthalten ist (den kann der Organismus schlecht abbauen). Von der Sahnetorte also bloß das Häubchen ... Außerdem geht es Katzen dabei nur ums Fett, denn sie können „süß“ nicht schmecken.

Risikofaktor Schneckenkorn

Auch wenn Sie selbst, Ihrer Katze zuliebe, den Schnecken mit Bierfallen oder Handaufsammeln zu Leibe rücken, heißt es vorsichtig sein: Wenn Ihre Jägerin auf der Pirsch auch in die Nachbargrundstücke geht oder gar ihr Revier auf Felder ausdehnt, kann sie mit Schneckenkorn in Berührung kommen. Weil das tödliche Gift fatalerweise gut schmeckt, sind Todesfälle bei Katzen nicht selten. Bei den allerersten Symptomen – Zittern, Speicheln und Sabbern, krampfartigem Erbrechen – suchen Sie bitte sofort den nächsten Tierarzt auf, der bis zu einer Stunde nach der Giftaufnahme die Wirkung des Giftes noch durch Magenauspumpen und Brechmittel reduzieren kann.
Falls Ihnen andere „seltsame Gelüste“ auffallen, schlagen Sie im Kapitel „Probleme“ nach.

Broschüre "Vorsicht, giftig!" zum Herunterladen

Hier können Sie sich die Broschüre "Vorsicht, giftig" aus der Zeitschrift GELIEBTE KATZE als PDF herunterladen.

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