FAQs zur Katzenernährung

Hier haben wir für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Ernährung von Katzen zusammengefasst.

Foto: pitopiahabe

Können wir Hund und Katze das gleiche Futter geben?

In Haushalten, in denen Hunde und Katzen zusammen leben, gehen Katzen genau so gern ans Hundefutter wie Hunde an den Katzennapf. Stiebitzt sich die Katze ab und zu einen kleinen Happen, können Sie ein Auge zudrücken. Als Dauerernährung eignet sich Hundefutter auf keinen Fall. Im Gegensatz zum Hund hat die Katze einen wesentlich höheren Eiweißbedarf, außerdem gibt es einige Nährstoffe, die sie nicht selber bilden kann. Diese müssen über die Nahrung zugeführt werden. Zu diesen Stoffen zählen das Vitamin A, die Aminosäure Taurin und die Fettsäure Arachidonsäure. Da Hunde dieses Problem nicht haben, fehlen der Hundenahrung diese Stoffe in für Katzen ausreichender Menge.

Was braucht eine trächtige Katze?

Im Unterschied zu Hündinnen nehmen trächtige Katzen bereits ab der zweiten Trächtigkeitswoche, in der bereits das Größenwachstum der Embryonen einsetzt, kontinuierlich an Gewicht zu. Für die Katzenmutter bedeutet dies, dass ihr Energiebedarf zu diesem Zeitpunkt schon ansteigt und sie deshalb mehr Futter aufnehmen muss. Deshalb sollte die Futtermenge mit Beginn der zweiten Trächtigkeitswoche bis zur Geburt schrittweise erhöht werden. Bis zum Ende der Tragzeit darf die Katze bis zu 50 Prozent mehr von der normalen Ration aufnehmen. Eine Besonderheit bei Katzen ist, dass sie bereits während der Trächtigkeit überschüssige Energie in Form von Körperfett für die Säugeperiode speichern können und somit der Gewichtsverlust nach der Geburt nicht so immens ist wie bei Hündinnen. Eine trächtige Katze sollte aber nicht mehr als bis zu 30 Prozent ihres Normalgewichtes zunehmen. Deshalb rate ich Ihnen, die Kätzin am Anfang der Trächtigkeit zu wiegen, um die Gewichtszunahme zu überprüfen. Füttern Sie Alleinfutter, wird der erhöhte Bedarf aller Nährstoffe durch eine größere Futtermenge gedeckt. Mittlerweile gibt es Futter, speziell für die Zeit der Trächtigkeit und Welpenaufzucht.

Da Nassfutter durch den geringeren Kohlenhydratanteil für die Säugephase der Welpen besser geeignet ist, rate ich Ihnen, bereits während der Trächtigkeit vermehrt Feuchtfutter anzubieten, damit sich der Verdauungstrakt der Katze darauf einstellen kann. Bei selbstgekochtem Futter muss die tägliche Menge der Vitamin-Mineralstoff-Mischung erhöht oder ein spezielles Produkt für trächtige Katzen verwendet werden. Die täglichen Futterrationen sollten mit zunehmendem Bauchumfang auf drei Mahlzeiten verteilt werden.

Brauchen Mutterkatzen spezielles Futter?

Da man die Milchleistung der säugenden Katze mit der einer Hochleistungskuh vergleichen kann, braucht die Katze energiereiches Futter. Auch steigt der Energiebedarf der Kätzin mit der Anzahl der Welpen extrem an. Zwischen der zweiten und vierten Woche der Säugeperiode kann er um das dreifache des normalen Bedarfs ansteigen. In dieser Zeit sollten Sie Dosenfutter Vorrang geben, da der Gehalt an Kohlenhydraten niedrig ist. Verwenden Sie Futter mit hoher Energiedichte (Anzahl kcal/kg), hohem Gehalt an hochwertigem Eiweiß und geringem an Stärke . Die Kätzin darf so viel fressen wie sie mag. Allerdings dürfen Futterreste nicht zu lange im Napf bleiben, da sie leicht verderben. Bieten Sie mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag an.

Wichtig ist auch das Trinkwasser, da auch der Flüssigkeitsbedarf durch die Milchproduktion deutlich steigt. Fangen die Welpen an, sich im Alter von drei bis vier Wochen für festes Futter zu interessieren, sollten Sie der Mutter getrennt von den Welpen ihr Futter anbieten. Nach Absetzen der Welpen reduzieren Sie das Futter der Kätzin langsam. Hat die Kätzin jedoch während der Säugeperiode abgenommen, darf sie bis zum Erreichen ihres normalen Gewichtes mehr Futter haben.

Brauchen Katzensenioren spezielles Futter?

Ab etwa dem zehnten bis zwölften Lebensjahr machen sich Veränderungen im Bereich des Stoffwechsels bemerkbar. Die meisten Katzen haben mit Belastungen von Leber und Niere zu tun. Durch eine gezielte Fütterung kann man diese Organe aber entlasten. Zunächst rate ich, die Katze einem Alterscheck beim Tierarzt zu unterziehen, damit Sie einen Anhaltspunkt haben, wie die Leber und Nierenwerte sind. Auch eine Zahnkontrolle macht Sinn, da ein schlechtes Gebiss die Futteraufnahme beeinträchtigen und die Organe belasten kann. Leidet die Katze an Übergewicht, versuchen Sie dieses mit geeignetem Diätfutter etwas zu reduzieren. Um Leber und Nieren zu entlasten ist es wichtig, Überschüsse an Kupfer, Vitamin A und besonders Phosphor zu vermeiden. Da der Eiweißabbau auch über die Nieren vonstatten geht, greifen Sie auf hochwertige Eiweißquellen wie Muskelfleisch, Fisch, Ei und Milchprodukte zurück. Katzen können im Alter auch Herzprobleme entwickeln. Achten Sie deshalb auf eine salzarme Ernährung. Leckerchen wie Schinken oder Wurst sind ungeeignet. Außerdem sollten Sie Leber (hoher Gehalt an Vitamin A und Kupfer) und zuckerreiche Snacks meiden. Mittlerweile hat die Futtermittelindustrie spezielle Altersfutter für Katzen auf den Markt gebracht, die allen Ansprüchen genügen.

Füttern Sie überwiegend Nassfutter und geben nur wenig Trockenfutter. Mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag sind im Alter bekömmlicher als die einmalige Fütterung einer Riesenportion. Ab und zu mal ein Stück gedünstete Pute, Hühnchen oder Fisch sowie hochwertige Milchprodukte wie Magerquark oder Hüttenkäse ergänzen den Speiseplan.

Was versteht man unter Rohasche?

Viele haben sich schon öfters über die Inhaltsstoffe von Katzenfutter informiert und dabei fällt der Begriff Rohasche auf. Was versteht man darunter? Der Rohasche Gehalt eines Futters wird analytisch dadurch bestimmt, dass das Futter in einem Ofen auf eine Temperatur von 550 Grad Celsius erhitzt wird. Natürlich verbrennt bei dieser hohen Temperatur alles was organischen Ursprungs ist, wie Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate. Die Rohasche ist dann der Rest, der nach dieser Verbrennung noch übrig bleibt. Also besteht Rohasche aus allem, was normalerweise nicht brennen kann: Mineralien und Metalle. Für Futtermittel bedeutet dies, dass der Begriff “ Rohasche” die Gesamtmenge an Mineralstoffen im Futter zusammenfasst. Wobei man unter Mineralstoffen die Mengenelemente (wie Calcium, Phospor und Chlor) sowie die Spurenelemente wie z.B Eisen, Jod oder Zink versteht. Leider geben nur wenige Hersteller die Gehalte an einzelnen Mineralstoffen an. Das Futtermittelrecht schreibt aber vor, dass Futtermittel nicht gesundheitsschädlich sein dürfen, so gesehen können Sie davon ausgehen, dass die Gehalte an Mineralstoffen in den Fertigfuttermitteln dem Bedarf für Katzen entsprechen. Sollten Ihre Katzen ab und zu auch selbstgemachtes Futter bekommen, sollten Sie auf eine ausgeglichene Ergänzung mit Mineralstoffen und Spurenelementen achten. Es wird daher empfohlen nach einem bilanzierten Rezept zu kochen.

Was sind Ergänzungsfuttermittel?

Bei der Fütterung von Katzen können Sie zwischen Fertigfutter und Selbergekochtem wählen. Füttern Sie ein Alleinfutter für Katzen, so garantieren diese Produkte laut Futtermittelrecht bei ausschließlicher Verwendung die Deckung aller Nahrungsbedürfnisse, die eine Katze hat. Ergänzungsfuttermittel kommen immer dann zum Einsatz, wenn man eine Ration vervollständigen muss. Zu den Ergänzungsfuttermitteln zählen die zahlreichen Mineralstoff- und Vitaminpulver oder Tabletten, die im Handel angeboten werden. Wenn Sie das Futter für Ihre Katze selber kochen, also kein Alleinfutter füttern, brauchen Sie immer ein Ergänzungsfuttermittel. Besonderes Augenmerk sollten Sie aber auf die Zusammensetzung dieser Mineralstoff- und Vitaminpräparate legen. So kann manchmal z.B. der Calciumgehalt von ca. ein Prozent bis zu über 20 Prozent variieren. Ein Ergänzungsfuttermittel sollte sowohl Mineralien als auch Vitamine in ausgewogener Kombination und Menge enthalten. Wichtig ist vor allen Dingen das richtige Verhältnis von Calcium und Phosphor, das für Katzen bei 0,9:1 bis 1,1:1 (Calcium: Phosphor) liegt.

Welches Fleisch darf ich meiner Katze füttern?

Fleisch ist ein überaus wichtiger Bestandteil in der Katzenernährung. Es liefert das für die Katze so wichtige Eiweiß, das in ausreichender – und hochwertiger – Form zur Verfügung stehen sollte. Für die Katze wertvolle Muskelfleischsorten sind Rind-, Schaf-, Pferde-, Schweine-, Wild- und Geflügelfleisch. Grundsätzlich können Sie das Fleisch gekocht, gebraten und mit einigen Ausnahmen auch roh verfüttern. Auch wenn sich die Meinungen zur Rohfütterung unterscheiden, sind die Nährstoffe und Vitamine im rohen Fleisch doch in unveränderter Form enthalten. Verfüttern Sie aber bitte nur rohes Fleisch, das auch für den menschlichen Verzehr von gut geführten Metzgereien angeboten wird. Doch Vorsicht! Schweine- und Geflügelfleisch dürfen niemals roh verfüttert werden. Schweinefleisch kann das für Katzen tödliche Aujeszky-Virus (Erreger der Pseudotollwut) enthalten, und Geflügelfleisch kann mit Salmonellen belastet sein. Deshalb sollten Sie beide Fleischsorten kochen oder braten, wobei auch das Innere gut durchgegart sein muss.

Erfahrungsgemäß bevorzugen Katzen rohes mageres Rindfleisch, kleingeschnittenes rohes Rinderherz, das zum Muskelfleisch zählt, und gedünstetes Geflügelfleisch. Da Geflügelfleisch zusätzlich sehr fettarm ist, dabei aber eine hohe Eiweißqualität besitzt, eignet es sich besonders gut auch für Schonkost. Reine Fleischfütterung ist ungesund. Bedenken Sie aber auf jeden Fall, dass die Katze als Fleischfresser die ganzen Beutetiere frisst und somit neben Muskelfleisch (Eiweiß) noch Kohlenhydrate, Fett, Mineralstoffe und Vitamine geliefert bekommt. Reine Fleischfütterung würde somit auf Dauer zu Mangelerscheinungen bei der Katze führen. Deshalb müssen Sie Fleischrationen immer noch mit den restlichen Nahrungsbestandteilen ergänzen. Erst dann ist die Ernährung für die Katze als vollwertig zu betrachten.

Dürfen Katzen Vollmilch trinken?

"Katzen und Milch“ sind als Zusammensetzung offensichtlich so verankert wie „Erdbeeren und Schlagsahne“. Allerdings führt der Genuss von zu viel Vollmilch bei Katzen zu Durchfall, denn sie können den Milchzucker (Laktose) nicht verstoffwechseln. Ihnen fehlt das notwendige Enzym (Lactase). Die Lactase ist ein Enzym, das nur dann vom Organismus gebildet wird, wenn es benötigt wird. Das hat man schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts in E. coli-Bakterien nachweisen können. Sie produzieren das Enzym Lactase nur dann, wenn das Substrat Lactose auch vorhanden ist. Sobald man den Bakterien die Lactose vorenthielt, wurde die Produktion von Lactase auf ein Minimum heruntergefahren. Dieser Mechanismus ist reversibel, d.h. wenn man den bezüglich Lactose „schlafengelegten“ Bakterien erneut Lactose zuführte, dann wurde wiederum eine erhöhte Lactase Produktion beobachtet.

Solche Regelkreise leuchten ein. Auf die Milch bezogen sieht es so aus, dass Muttermilch bei Säugetieren eigentlich nur zur Aufzucht von Babys vorhanden ist. Ab einem gewissen Alter werden sie auf normale Nahrung umgestellt, die dann immer ohne Milch auskommt. Das Lactase-Enzym wird also danach nicht mehr produziert. Gab der Mensch der Katze Milch, führte das dann zu den bekannten Unverträglichkeiten wie Durchfall. Die Milch verursacht Durchfall. So erklärt sich auch, dass die „Bauernhofkatzen“ mit der Milch besser zurechtkamen, denn die Tiere waren von Anfang an daran gewöhnt. Hat eine Katze hingegen nach dem Absetzen lange keine Milch mehr zu sich genommen, wird es anfänglich Magen-Darm-Probleme geben. Es kann aber auch sein, dass sich eine Verträglichkeit nie einstellt. Die „Katzenmilch“, die der Tierfutterhandel anbietet, ist ebenfalls keine Nahrungsergänzung, die die Katze wirklich braucht. Diese Katzenmilch ist dann sinnvoll, wenn man mutterlose Katzenwelpen aufziehen muss. Milch sollte, wenn überhaupt, dann nur dosiert verabreicht werden, da zu viel Fett später zu Leberschäden bei der Katze führen kann. Das Trinken an sich ist lebenswichtig für die Katze, damit die Nieren ausreichend versorgt sind. Da ist Wasser einfach das Beste.