Erziehung der Katze

Was Kätzchen nicht lernt, lernt Katze nimmermehr – dieser Satz ist genauso falsch wie die Behauptung, Katzen seien nicht zu erziehen. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte.

Foto: Achim Prill / iStockphoto

Eine Katze hat angeborene Eigenheiten und deshalb gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die sie gar nicht lernen kann, weil sie ihrer Natur nicht entsprechen. Morgens um drei durch die Wohnung zu toben, ist für ein nachtaktives Tier wie die Katze hingegen völlig normal. Auch an den Möbel kratzt eine Katze nicht, weil sie ihren Menschen ärgern will, sondern weil sie ihre Krallen pflegen muss. Sie dafür zu bestrafen, führt nur zu Stress in der Beziehung und zu neuen Problemen. Nehmen wir an, Sie kommen nach Hause und entdecken tiefe Kratzspuren an einer Schrankecke. Ganz spontan möchten Sie vielleicht ihre Katze dafür ausschimpfen. Vergessen Sie es! Bei der Katze kommt dann nämlich nur die Botschaft an, dass Sie manchmal ziemlich aggressiv nach Hause kommen - also unberechenbar sind - und sie im Umgang mit Ihnen besser vorsichtig sein sollte. 

Strafe darf nur erfolgen, wenn eine Katze auf frischer Tat ertappt wird 

  • Ein lautes NEIN, Händeklatschen, ein Schuss aus einer Wasserspritzpistole, oder ein geworfenes kleines Kissen sind bewährte Erziehungsmittel. Am besten ist es, sie so einzusetzen, dass die Katze gar nicht mitbekommt, dass die Bestrafung von Ihnen ausgeht, sonst kann daraus ein Bumerang werden.
  • Katzen haben kein Schuldgefühl. Eine Katze, die z.B. an Möbeln kratzt, weiß nicht, dass sie „etwas Böses“ tut. Sie kann diesem menschlichen Gedankengang nicht folgen. Also verknüpft sie eine Strafe nicht nur mit dem Kratzen, sondern auch mit der Person, von der die Strafe ausgeht. Sie wird weiter kratzen, aber dabei Angst haben, von Ihnen erwischt zu werden. Statt das Problem zu lösen, verstärken Sie es.
  • Belohnen bringt mehr als Strafe. Mit Angst erreicht man bei keiner Katze etwas. Aber für Lob und Belohnungen sind sie außerordentlich empfänglich, egal, wie alt sie sind. Um bei dem Kratz-Beispiel zu bleiben: Sorgen Sie für eine Alternative, sprich einen Kratzbaum, und belohnen Sie Ihre Katze jedes Mal mit einem besonderen „Bonbon“, wenn sie ihn benutzt. Positiv bestärken nennt man das in der Hundeerziehung, und es funktioniert auch bei Katzen.
  • Belohnen allein reicht aber nicht. Die alte Versuchung muss auch verschwinden. Die angekratzten Möbel z.B. müssen völlig unattraktiv werden (Plastikfolie überlegen bzw. -kleben). Und wenn Verhaltensprobleme gar nicht erst entstehen sollen, hilft nur katzengerecht denken und vorbeugen: Lange Gardinen hochhängen, solange Katzenbabys im Haus sind, Bücher und Nippes im Regal ganz an die Wand schieben, damit Katze sich nicht dahinter quetschen und sie herunterwerfen kann, Blumenvasen mit Glasmurmeln beschweren, damit sie nicht umkippen, die Erde von Grünpflanzen scharrsicher abdecken und Mieze einen Topf Katzengras hinstellen, und, und, und … (Jutta Aurahs)
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