Mehrere Katzen

„Von einer oder mehreren Katzen geliebt zu werden ist das Schönste, was es auf der Welt für mich gibt", sagt Andrea Grätz aus Erfurt. Der Trend zur Zweitkatze ist keine Modeerscheinung.

Foto: Ferenc Szelepcsenyi / Fotolia

Die Halter von zwei Katzen sind rundum zufrieden mit ihrer Situation und wollen daran auch künftig nichts ändern, das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Lesern unserer Zeitschrift "Geliebte Katze". So sehen diese zu 96 Prozent zwei als die ideale Katzenanzahl an, und nur verschwindende 1,2 Prozent hätten lieber wieder nur eine. Interessanterweise würden viele Halter, die drei oder mehr Katzen halten, ebendalls gerne zu einer Paarhaltung zurückkehren.

Denn im Vordergrund aller Katzenhaltung steht bei allen Befragten der Wunsch nach liebevollem Kontakt mit den Tieren. Werden es richtig viele Miezen, dann beschäftigen sich diese zunehmend miteinander und lassen den Halter links liegen – das will Mensch ja auch wieder nicht. 

Zufall oder nicht?

Aber holt man sich auch gezielt gleich zwei Katzen oder wächst das Rudel eher durch Zufall? Unsere Umfrage zeigt, dass jedes zweite Katzenduo bewusst als eine Zweierkombination vom Halter aufgenommen wurde. Dabei wurde nur in 20 Prozent der Fälle ein bestimmtes Pärchen nach speziellen Wünschen ausgewählt. Das Geschlecht der Katzen erscheint hier als das wichtigste Wunsch-Merkmal. Es wurde nur zu 70 Prozent dem Zufall überlassen. Das heißt, dass sich auch einige Freunde von Hauskatzen gezielt aus einem Wurf von privat oder im Tierheim für Kater oder Kätzin entschieden haben.

Katzen statt Kinder

Katzenpaare leben weitgehend, nämlich zu 80 Prozent, in kinderlosen Haushalten. Noch mehr, sogar 87 Prozent, kennen oder mögen keine Kinder. Von denen, die mit Kindern leben, schmusen 32 Katzenpaare (5,5 Prozent) gerne mit Kindern, bei weiteren 3,8 Prozent mag wenigstens eine den Nachwuchs besonders gern.

Probleme

Zweikatzen-Halter haben gefühlt mehr Probleme (22 Prozent)mit ihren tieren als Vielkatzen-Besitzer (5,8 Prozent). Dieser Unterschied ist darauf zurückzuführen, dass die Vielkatzenhalter vor allem an Probleme gedacht haben, die durch das Gruppenleben entstehen, und gesundheitliche Aspekte zum Beispiel gar nicht erwähnten. Zweikatzenhalter führen dagegen alles auf, im Detail waren dies: Markieren, Scheu, unschöne Fressgewohnheiten, Übergewicht, Krankheiten, Eifersucht, Unruhe, Krallenwetzen und „Zickigsein“. Die Häufigkeit dieser Probleme ist sehr gering, zwischen einer und vier Katzen von Hundert. Von den erfassten 155 Vielkatzen-Haushalten mit drei und noch mehr Miezen klagen 5,8 Prozent allgemein über Probleme. 1,2 Prozent davon haben einen Protestpinkler in ihrer Katzenschar, und 2,6 Prozent bedauern, dass eine der Katzen als Außenseiter leben muss.

Mehr als zwei Katzen?

Obwohl rund 94 Prozent der 155 Haushalte ohne Probleme mit mehr als zwei Katzen leben, hätten 15 davon (knapp zehn Prozent) lieber weniger Katzen. Nur eine einzige Katze – das will indes keiner aus dieser Gruppe. Als ideale Zahl sehen die meisten von diesen Haltern mit 30 Prozent zwei Katzen an, dann drei (15,5%) und als noch immer gut gelten vier (10,3 Prozent). Auffallend viele (8,4 Prozent) sagen „Hauptsache eine gerade Anzahl!“.

EntscheidungsgründeNur eine Katze?

Warum holen sich Einzelkatzen-Halter kein zweites Tier? Gründe, die genannt wurden (49 Halter): Die Katzen würden sich vermutlich nicht vertragen – mein Partner will es nicht (oder eine andere Person wie die Mutter) – Vermieterprobleme – zu hohe Kosten – zu wenig Platz – zu wenig Zeit – hatten wir schon, aber die andere verträgt sich nicht mit der neuen – die vorhandene ist etwas schüchtern.

Ersatz für einen Verlust?

75,3 Prozent der Katzenhalter werden sich eine neue Zweitkatze zulegen, wenn eine ihrer Miezen stirbt. Sie planen, zu 38,3 Prozent die Wahl im Tierheim zu treffen, zu 15,7 Prozent eine Rassekatze vom Züchter zu holen und zu 21,5 Prozent von privat ein Tier zu besorgen. 17,5 Prozent wollen eine solche Entscheidung noch nicht treffen und machen sie abhängig von den Lebensumständen zu diesem Zeitpunkt. 7,8 Prozent der Zwei-Katzen-Halter wollen definitiv keine neue Zweitkatze. Als Gründe nennen sie:

  • Das ist zu viel Stress für die alte Katze.
  • Wir selbst sind zu alt für eine neue Katze.
  • Ansteckungsgefahr durch die verblie-bene Katze.
  • Zwei Katzen sind zu zeitintensiv.

Die optimale Katzenzahl

Eine Faustregel besagt: Halten Sie nie mehr Katzen, als Ihnen Wohnräume zur Verfügung stehen. Manchmal wird auch geraten, nur so viele zu sich zu nehmen, wie es Menschen zum Kuscheln oder Hände zum Streicheln gibt. Eine Kombination von allen drei Regeln ist nach den Erfahrungen der Vielkatzenhalter optimal. Für zwei Menschen in einer Vierzimmerwohnung sind maximal vier Katzen ratsam. Ein berufstätiger Single wäre in derselben Wohnung schon mit zwei Katzen feierabends voll beschäftigt. Für ihn gilt die „Hände-Regel”, egal wie er wohnt. Ein Single mit viel Zeit und Wohnraum und eingezäuntem Garten ist mit der Zimmer-Regel gut dran und darf sogar die Kellerräume mitzählen, wenn er möchte. Aber: Keine drei Regeln ohne Ausnahme. Eine sechsköpfige Familie in einer Vierzimmerwohnung könnte schon mit vier Katzen ein Schild „wegen Überfüllung geschlossen” hinaushängen, erst recht, wenn sie gemäß der Hände-Regel zwölf Katzen hielte. Für sie genügt sogar eine Katze, denn es ist immer jemand zum Streicheln und Spielen da. (Isabella Lauer)


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