Pflege der Katze

Neben der vergleichsweise harmlosen Kontrolle von Augen und Ohren etc. nimmt die Pflege des Fells für viele Katzenbesitzer eher die Form einer kriegerischen Handlung an. Der Mensch müht sich ab, die Katze wird zunehmend wütend. Was jetzt?

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Dass Fellpflege Spaß machen kann, hört und liest man oft. Was aber, wenn man selbst genau jene Katze hat, auf die diese Aussage nicht zutrifft? Nicht nur längerhaarige Katzen können angesichts einer Bürste zur Furie mutieren, auch die doch so pflegeleichten Kurzhaarkatzen machen sich häufig aus dem Staub, wenn wir die Bürste noch nicht mal aus dem Schubfach geholt haben. Fellpflege muss aber sein, weil alle Katzen ungeachtet der Haarlänge nicht nur saisonal bedingt im Fellwechsel sind, sondern das ganze Jahr über Haare verlieren.

Friedensangebot 

Katzen spielen gern mit Bürsten – nur wenn sie damit auch gebürstet werden sollen, nehmen sie häufig Reißaus. Deshalb sollte schon mit Jungtieren Kämmen und Bürsten geübt werden. Das gilt auch für andere Pflegemaßnahmen, die Sie nach einigem Üben selbst durchführen können:

  • Mit einem trockenen Papiertaschentuch sachte die inneren Augenwinkel abtupfen (nie rubbeln), als wollten Sie „Schlafkrümelchen“ (die haben auch gesunde Katzen) entfernen. Wenn die Augen tränen oder die Bindehaut gerötet ist, müssen Sie den Tierarzt aufsuchen.
  • Ohr etwas zurückklappen, Papiertaschentuch um den Zeigefinger wickeln und nie tiefer putzen, als Sie sehen können (viele neigen später zu Ohrenschmalz).
  • Mit dem Daumen die Lefzen hochziehen und Gebiss (Zahnstein) und Zahnfleisch (ein roter Rand deutet auf eine Entzündung hin) prüfen.
  • Mäulchen öffnen (lassen Sie sich das vom Tierarzt zeigen) und in den Hals gucken. Stellen Sie Mundgeruch, eine belegte Zunge oder einen roten Hals fest? Dann muss der Patient zum Tierarzt.
  • Winzige Leckerchen-Stücke als „Tabletten-Training“ einwerfen.
  • Durch leichten Fingerdruck (oben und unten) auf die vorderen Pfotenballen die Krallen ausfahren (die im Alter meist gekürzt werden müssen).
  • Das werte Hinterteil gelegentlich mit einem feuchten Tuch abwischen. Achten Sie auf verklebtes Fell, das deutet auf Durchfall hin, der unbedingt behandelt werden muss!
  • Das Fell mit einer weichen Bürste bearbeiten, besonders an den heiklen Stellen Unterbauch, Achseln (nicht an den Beinchen zerren!) und Schwanzunterseite.

Übung macht den Meister

Auch wenn Sie eine erwachsene Katze haben, kann man diese Pflegehandlungen üben. Wichtig ist, dass Sie nichts überstürzen! Riskieren Sie keinen Rückfall, selbst wenn Sie eine ganze Weile nicht groß zum Pflegen kommen – ein kleiner Fortschritt pro Woche ist besser als keiner. Hören Sie sofort auf, wenn die Katze zeigt, dass es „nun reicht“, sonst ist es aus mit ihrer Kooperationsbereitschaft. Loben Sie Ihre Katze nach jeder kleinen Behandlung und belohnen Sie sie mit einem Leckerchen.
Viele Katzen malträtieren übrigens mit Begeisterung das Pflegewerkzeug, um sich das Ding „untertan“ zu machen bzw. als Übersprungsreaktion, um Anspannung abzubauen. Also warten Sie einfach, bis der Anfall vorüber ist.

Kampfkater

Erwachsene Kater, vor allem wenn sie unkastriert sind, sind ein Kapitel für sich. Sie reagieren selbstverständlich recht pingelig, wenn’s um die Hinterfront geht. Doch es tut auch einem Kater-Kitten sehr weh, wenn Sie forsch mit der Bürste darüberfahren. Also bürsten Sie mit Gefühl um die fragliche Stelle herum – viel Kämmbares gibt es an dieser Stelle ja ohnehin nicht. 

Basisarbeit

Warten Sie mit der Fellpflege nicht so lange, bis der Pelz bereits verfilzt ist, denn dann geht gar nichts mehr. Beginnen Sie, wenn Kamm und Bürste noch gut durch die Haare gleiten, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass Katzen diese Prozedur genießen, noch recht groß.
Worauf Sie auch achten sollten, ist der richtige Zeitpunkt für die Fellpflege. Wer mit der Bürste kommt und seine Mieze mitten bei der Jagd nach der Spielzeugmaus „bearbeiten“ will oder wenn Sie gerade frisst („weil sie grad so schön dasteht!“) oder beim Verdauungsschlaf, wird eine negative Reaktion hervorrufen.

Was ist normal am Haarausfall?

Aus Platzgründen sind die Details zum Haarausfall auf verschiedene Kapitel aufgeteilt: Generelles über das Fellwachstum finden Sie unter „Fellwechsel/Kurzhaarkatzen“, alle Ausnahmen (Kitten, Mütter, Senioren, Kastraten) unter „Fellwechsel/Halblanghaarkatzen“ – wobei sämtliche Angaben natürlich für alle Felllängen gelten!

Krallenschneiden

Jede halbwegs aktive Katze, die ausreichend Kratz- und Klettermöglichkeiten hat, wird dadurch die Krallen auf natürliche Weise in der richtigen Länge halten. Nur bei Senioren mit eingeschränktem Bewegungsradius sollten Sie regelmäßig prüfen, ob die Krallen – nur an den Vorderbeinen – zu wenig abgenutzt werden und eine Kürzung notwendig wird, damit sie nicht ins Fleisch wachsen. Verwenden Sie ausschließlich eine Krallenzange und klippen nur die weiße Spitze ab, um keine Blutgefäße zu verletzen. Lassen Sie sich aber unbedingt vorher von Ihrem Tierarzt zeigen, wie das geht. (Christine Klinka)