Trennungsangst bei Katzen
Bei Hunden ist das Trennungsangst-Syndrom wohl bekannt: Betroffene Vierbeiner leiden unter starken Verlassensängsten.
Sobald sie allein gelassen werden, stellen sie die Wohnung auf den Kopf, zerstören, was ihnen unter Zähne und Krallen kommt, vergessen ihre Stubenreinheit und treiben die Nachbarn mit Heul- und Bellkonzerten in den Wahnsinn.
Katzen, so dachte man bisher, blieben von diesem Problem verschont, weil sie sich in der Regel weniger eng an den Menschen binden. Doch dem ist leider nicht so. Die Wissenschaftlerin Stefanie Schwartz durchforstete die Akten samtpfotiger Patienten einer Tierklinik aus den Jahren 1991 bis 2000 und entdeckte 136 Fälle von offensichtlicher Trennungsangst bei Katzen.
Katzen äußern sich unterschiedlich
Alle 136 Tiere veränderten ihr Verhalten stark, wenn sie von ihrer Bezugsperson getrennt wurden: Die meisten Katzen (96) begannen, mit Harn zu markieren. 75 Prozent dieser Tiere setzten den Harn ausschließlich auf dem Bett der Bezugsperson ab. 48 Stubentiger taten ihren Unmut durch Kothäufchen am falschen Ort kund. Interessant war auch die unterschiedliche Reaktion der Geschlechter: Während weibliche Tiere sich durch einen übertriebenen Putztrieb eher selbst schädigten, zerstörten Kater lieber Einrichtungsgegenstände. Schwartz nimmt an, dass bei Katzen mit Trennungsangst eine Entwicklungsstörung vorliegt. Eventuell könnte eine Fehlprägung im Kätzchenalter für das Verhaltensproblem der Katzen verantwortlich sein.
Allein - nicht einsam
Wenn eine Katze sich in ihrer Familie eingewöhnt hat, bleibt sie fast immer problemlos einige Stunden allein. Jungkätzchen dagegen bekommen manchmal Angst, wenn’s auf einmal still um sie herum ist. Ihnen ist eine kuschelige Höhle lieber als die ganze große Wohnung. Wenn Sie Ihr Jungkätzchen alleine lassen müssen, setzen Sie es am besten in einen Transportkorb, in dem ein weiches warmes Kissen liegt, und verschließen diesen. Lassen Sie in der Nähe ein Radio mit leiser Musik oder eine CD mit Schlummermelodien laufen. Dann laufen Sie nicht Gefahr, dass ein Jungtier, das durch irgendetwas erschreckt wird, bei einem Fluchtversuch verunglückt oder Teile der Wohnung ramponiert. Und: Sie müssen bei Ihrer Rückkehr nicht suchen.
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